Interpretation

Geschworenengerichte sind, obwohl in vielen Staaten üblich, nicht unumstritten. In Deutschland wurden sie, aufgrund zu hoher Kosten und unsachlicher Entscheidungen der Geschworenen, im letzten Jahrhundert abgeschafft. (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschworenengericht (aufgerufen am 29.13.2009) Im Film "Zeugin der Anklage" wird ein weiterer Nachteil von Geschworenengerichten gezeigt. Billy Wilder zeigt, wie die Geschworenen durch die Beweisführung der Anwälte und deren Überzeugung beeinflusst das Urteil fällen.

Gefährlich wird dieser Weg, wenn die Verteidigung, wie in "Zeugin der Anklage" von einem erfahrenen und wohlgeschätzten Anwalt vertreten wird. Im Film spielt Sir Wilfried seine komplette Erfahrung im Gerichtsaal aus und kann so jede Zeugenaussage der Anklage untergraben. Da er von der Unschuld seines Mandaten überzeugt ist, fühlt er sich dabei vollkommen im Recht.

In dem Film wird deutlich, dass nicht nur die Beweislage für eine Urteilsfindung wichtig ist, wichtig ist auch die Art der Präsentation dieser Beweise und die Art der Befragung durch die Anwälte. Sir Roberts scheint im Gerichtssaal, wenigstens als Anwalt der Verteidigung weit erfahrener zu sein als sein Kontrahent Mr. Myers von der Verteidigung. Dieser Unterschied wird schon durch den den adligen Titel "Sir" angedeutet.

Zwischen den beiden herrscht eine Atmosphäre des Wettkampfs um die Meinung der Geschworenen. Da Sir Wilfried diesen Wettkampf durch seine Erfahrung dominiert schafft er es am Ende trotz einer schlechten Ausgangslage, einen Sieg zu erringen.

Durch seine absolute Überzeugung an der Unschuld seines Mandanten, nimmt sich Sir Wilfried jede Aussage der Zeugen zu Herzen. Dies kann wörtlich gesehen werden, da er in Fällen in denen Aussagen gegen seinen Mandanten sprechen, zumindest innerlich genügend aufregt, um erneute Probleme mit dem Herzen zu bekommen.